Athlet steht vor NADA-Disziplinarverfahren wegen positivem Dopingtest und braucht Verteidigung
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: WADC Art. 17 Verfolgungsverjährung 10 Jahre, CAS-Anrufung 21 Tage, DFB-RVO 7-Tage-Berufung, FAO § 5 36 Monate Praxiszeit.
- Tragende Normen verifizieren: FAO § 14n (Sportrecht), AntiDopG, NADC, WADC, BGB §§ 25 ff. (Verein), 705 ff., DFB-Satzung/Rechts- und Verfahrensordnung, FIFA-Statuten, CAS-Code, ArbGG (Spielerverträge) — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Verein, Spieler, Verband (DFB/DFL/DOSB), Bundessportgericht, CAS (Lausanne), NADA, ArbG/LAG, Schiedsgericht.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Spielervertrag, Lizenzantrag, Sportgerichtsentscheidung, Schiedsspruch CAS, Anti-Doping-Protokoll, Verbandsstatut, Transferanmeldung TMS — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fokus: Athlet steht vor NADA-Disziplinarverfahren wegen positivem Dopingtest und braucht Verteidigung. NADA-Code WADA-Code strict liability Art. 2 Abs. 1 WADA-Code Beweislastumkehr no fault Art. 10 Abs. 5. Normen AntiDopG § 4 CAS Art. 13. Prüfraster Probenahme-Protokoll Laboranalyse TUE Verfahrensrechte Sperre-Rahmen. Output Verteidigungsschrift NADA Strafmass-Argumentation. Abgrenzung zu fachanwalt-sportrecht-doping-cas-berufung (CAS-Berufung) und verbandsstrafe-anfechten (Allgemein).
Doping-Verfahren
Kaltstart-Rückfragen
- Welche Substanz wurde in welchem Probematerial (Urin/Blut) bei welchem Anlass (Wettkampf oder Training) nachgewiesen?
- Liegt die B-Proben-Analyse bereits vor — oder wird sie noch beantragt (Frist nach Verbandszusage, üblicherweise sieben Tage)?
- Wurde die Substanz bewusst eingenommen, oder besteht eine andere Erklärung (Verunreinigung Supplement, Medikament mit TUE, Kontamination)?
- Welche Sanktionen drohen konkret — Standardsperre zwei oder vier Jahre, Wettkampfdisqualifikation, Preisgeldrückzahlung?
- Ist eine Therapeutic Use Exemption (TUE) vorhanden oder nachholbar für die nachgewiesene Substanz?
- Sind Whereabouts-Verstöße kumuliert (drei in zwölf Monaten = Art. 2.4 WADA-Verstoß)?
- Läuft ein paralleles Strafverfahren nach § 4 AntiDopG — ist Koordination mit einem Strafverteidiger notwendig?
- In welchem Verfahrensstadium ist das Mandat (NADA-Anhörung, DK-Entscheidung, DIS-Schiedsgericht, CAS)?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist für den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtsgrundlagen
Leitentscheidungen
Prüfschema (14 Schritte)
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu prüfen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schriftsatzbausteine
Baustein 1 — Stellungnahme zur NADA-Disziplinarkommission (vollständig)
An die NADA-Disziplinarkommission
Hausadresse: [Adresse]
Az. NADA-DK: [...]
Stellungnahme im Verfahren gegen [Athlet, Geburtsdatum, Sportart]
wegen des A-Probe-Befunds vom [Datum]
Sehr geehrte Damen und Herren,
namens und in Vollmacht unserer Mandantschaft nehmen wir zur
Mitteilung vom [Datum] wie folgt Stellung:
I. Zur Verwertbarkeit der A-Probe
Die Verwertbarkeit des Analysebefundes ist zweifelhaft.
1. Chain of Custody: Das Probennahmeprotokoll vom [Datum/Ort]
(Anlage K1) zeigt, dass die Probe von [Ort A] am [Datum]
versiegelt wurde. Das WADA-akkreditierte Labor [Name] hat
die Probe am [Datum] entgegengenommen (Anlage K2).
In diesem Zeitraum ist die Dokumentation lückenhaft
[konkret bezeichnen]. Wir beantragen vollständige
Dokumentation der Transportkette.
2. Laboranalyse-Fehler: [Sofern konkrete Anhaltspunkte vorhanden]
Wir beantragen die B-Proben-Analyse in Anwesenheit unseres
Sachverständigen Dr. [Name].
II. Zur Quelle der Substanz
Für den Fall der Bestätigung des Befundes durch die B-Probe
tragen wir vor:
Die Substanz [Bezeichnung nach WADA-Verbotsliste] gelangte
durch die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels [Handelsname,
Charge: XXXXXXX] in den Körper unserer Mandantschaft.
Belege:
- Unabhängige Laboranalyse des Präparats (Anlage K3):
Die Analyse durch [Institut] vom [Datum] zeigt, dass
die Charge [Nummer] mit [Substanz] kontaminiert ist.
- Kaufnachweis [Datum, Händler] (Anlage K4).
- Das Präparat ist NICHT auf der Kölner Liste zertifiziert
(Anlage K5: Kölner Liste-Auszug).
III. Rechtliche Bewertung
A) No fault Art. 10.5 WADA-Code:
Unsere Mandantschaft hat [alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen:
Kölner Liste-Supplement bevorzugt; kein Wissen von Kontamination].
[Sofern keine Kölner-Liste-Produkt: erläutern warum kein Verschulden]
B) No significant fault Art. 10.6 WADA-Code:
Hilfsweise: Unsere Mandantschaft hat [konkrete Vorsichts-
maßnahmen] ergriffen, aber [konkrete Umstände] führten zur
unbewussten Einnahme. Die Schuld ist nicht signifikant.
Die Sperre ist auf das gesetzlich zulässige Mindestmaß
(50 % der Standardsperre = [X Monate]) zu reduzieren.
C) Kein Vorsatz Art. 10.2.2 WADA-Code:
Es gibt keinerlei Indizien für eine bewusste Einnahme.
Die Standardsperre von zwei Jahren (Art. 10.2.2) ist
angemessen; eine vierjährige Sperre ist nicht gerechtfertigt.
IV. TUE
Die Substanz [falls Medikament involviert] wird auf ärztliche
Verordnung von Dr. [Name] seit [Datum] eingenommen (Anlage K6:
Arztzeugnis). Ein TUE-Antrag wird bis [Datum] bei der
[Nationalen Anti-Doping-Agentur] gestellt.
V. Antrag
Wir beantragen:
1. Das Verfahren einzustellen.
2. Hilfsweise: Die Sperre auf das gesetzlich zulässige
Mindestmaß zu reduzieren.
3. Volle Akteneinsicht in alle NADA-Unterlagen.
Mit freundlichen Grüßen
[Rechtsanwalt/-anwältin]
Baustein 2 — CAS-Berufung nach NADA-Entscheidung (Antragsschrift)
Siehe Skill `cas-berufung-vorbereiten` — Statement of Appeal
und Appeal Brief-Vorlage für Doping-Verfahren.
Besondere Argumentation für Doping-Appeal:
Appeal Brief Abschnitt III (Merits) — Struktur:
A. Verfahrensfehler NADA/Verband
[Anhörung, Akteneinsicht, Begründung]
B. No Fault Art. 10.5 WADA-Code
[Quelle bewiesen; alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen;
keine Fahrlässigkeit — vollständige Aufhebung beantragen]
C. No Significant Fault Art. 10.6.1 WADA-Code
[Quelle wahrscheinlich; Maßnahmen ergriffen aber unzureichend;
Strafminderung auf bis zu 50 % der Standardsperre]
D. Fehlendem Vorsatz Art. 10.2.2 WADA-Code
[Keine bewusste Einnahme; Standardsperre zwei Jahre, nicht vier]
E. Sanktionshöhe unverhältnismäßig
[Besondere Umstände; Karrierewirkung; internationale Vergleiche]
--- vor Versand klären ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
Beweislast
Fristen und Verjährung
Typische Gegenargumente der NADA / des Verbands
Streitwert / Kosten
Strategische Empfehlung
Anschluss-Skills
cas-berufung-vorbereiten — CAS-Verfahren nach NADA-Entscheidung
verbandsstrafe-anfechten — allgemeine Verbandssanktionen
fachanwalt-sportrecht-spielervertrag — Vertragsfolgen der Dopingsperre
Quellen
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.